Notorynchus primigenius

Ordnung: Hexanchiformes De Buen, 1926     Sechs- und Siebenkiemerhaie

Familie: Hexanchidae Gray, 1851

Gattung: Notorynchus Ayres, 1855

Typusart : Notorynchus maculatuAyres, 1855 (Synonym von Notorynchus cepedianus(Péron, 1807))

Notorynchus cepedianus (Péron, 1807), rezent, monotypisch, Breitschnäuziger Grauhai

Notorynchus cepedianus (Péron, 1807), © Andy Murch Elasmodiver

oben: Notorynchus cepedianus (Péron, 1807), weibliches Individuum, 192 cm Gesamtlänge, rezent, Zahnreihe des rechten Ober- und Unterkiefers, labiale Ansicht © aus: Bass et al. 1975 Tafel 5.

unten: Notorynchus cepedianus (Péron, 1807), männliches Individuum, 227 cm Gesamtlänge, Ventura, Kalifornien, 9.6.1988, Sammlung: Jaws International, Gordon Hubbell, Florida © Ross Robertson, Smithsonian Tropical Research Institute, Panama

Notorynchus primigenius (Agassiz, 1835 [1843])

Holotypus: verschollen

Typlokalität und Stratum typicum: Schweiz, Miozän

Synonyme: Notidanus plectrodon Cope, 1867, Heptranchias plectrodon (Cope, 1867), Notorynchus plectrodon (Cope, 1867)Heptranchias primigenius (Agassiz, 1835 [1843]), Hexanchus primigenius (Agassiz, 1835 [1843]), Hexanchus (Notidanus) primigenius (Agassiz, 1835 [1843]), Notidanion primigenius (Agassiz, 1835 [1843]), Notidanus primigenius Agassiz, 1835 [1843], Notidanus (Heptranchias) primigenius (Agassiz, 1835 [1843]), Notidanus (Notorhynchus) primigenius (Agassiz, 1835 [1843])Notidanus diffusidens Koch, 1904, Notorynchus diffusidens (Koch, 1904)Notidanus marginalis Davis, 1888Notidanus recurvus Agassiz, 1835 [1843], Notorynchus recurvus (Agassiz, 1835 [1843])Notidanus thevenardi Delfortrie, 1878, Notorynchus thevenardi (Delfortrie, 1878)

Text der Erstbeschreibung: Agassiz, 1843 

†Notorynchus primigenius Tafel 27 fig. 13-17

Maximalgröße: h = 30 mm, b = 35 mm

Beschreibung: Die Zähne der vorderen und seitlichen Zahnserie im Ober – und Unterkiefer zeigen deutliche Formunterschiede (ausgeprägte dignathe Heterodontie, ausgeprägte monognathe Heterodontie, Sexualdimorphismus wahrscheinlich (Ebert et al. 2013)).

Die Lateralzähne des Unterkiefers sind bis zu 35 mm breit, labio- lingual abgeflacht und untereinander sehr formähnlich. Sie bestehen aus bis zu sieben nach distal geneigten Zahnspitzen. Sie nehmen in ihrer Größe kontinuierlich ab. Die Hauptspitze am Mesialrand des Zahnes überragt die nachstehenden Nebenspitzen. Sie befindet sich mit diesen auf einer Linie gleichmäßiger Größenabnahme. Ihre Schneide ist von der Basis bis zur Hälfte der Zahnkronenhöhe sehr grob gezähnelt. Die Wurzel ist hoch und flach und hat im Umriss annähernd die Form eines rechtwinkligen Trapezes, wobei der distale Wurzelrand meist leicht nach mesial geneigt ist. Die Wurzelfläche wird beidseitig von sehr schwach ausgebildeten, flachen Foramina durchzogen.

Der Symphysenzahn des Unterkiefers ist oft symmetrisch gebaut. Meist wird eine aufgerichtete Hauptspitze in der Zahnmitte beidseitig von bis zu vier kleineren Nebenspitzen flankiert.

Die seitlichen Oberkieferzähne variieren in ihrer Form vom mesialen zum distalen Bereich des Kiefers recht deutlich. Der Symphysenzahn hat eine kräftige, leicht nach distal geneigte Zahnkrone. Sie steht asymmetrisch nach mesial versetzt auf einer sehr massiven, im Umriss fast quadratischen Wurzel, die auf der Lingualseite eine ausgeprägte Protuberanz besitzt. Die seitlichen Zähne sind breiter. Die Hauptspitze dieser Zähne ist deutlich dem Rachen zu geneigt. Bei Zähnen der dritten bis letzten anterolateralen Reihe (von der Symphyse aus gezählt) treten neben der Hauptspitze mehrere, merklich kleinere Nebenspitzen auf. Zähne, die noch weiter nach distal stehen gleichen in ihrer Form immer mehr den Unterkieferzähnen, erreichen aber nie deren volle Größe.

Die sehr kleinen, maximal nur 4 mm großen pflasterzahnähnlichen Mundwinkelzähne im Ober- und Unterkiefer haben eine schwach gewölbte, mit unregelmäßigen Leisten gefurchte Schmelzkappe. Ihre Wurzeln haben die typisch hexanchide Form: sie ist abgeplattet und ohne Nährkanal.

Diese Zähne dieser Art zählen sind in den Molassefundstellen meist selten anzutreffen.

Verbreitung (geografisch/stratigraphisch) in der Molasse:

Deutschland:

Rupelium:

Egerium:

Eggenburgium:

  • Meierhof (Sammlung J. Pollerspöck)

Ottnangium:

  • Holzbach, Bayern (Sammlung J. Pollerspöck)
  • Höch, Bayern (Sammlung J. Pollerspöck)
  • Simssee, Bayern (Sammlung P. Kiermeier)
  • Walbertsweiler, Baden-Württemberg (Barthelt et al. 1991)
  • Ursendorf, Baden-Württemberg (Höltke 2014, Sammlung Unger, Schmid)
  • Baltringen, Baden-Württemberg (Probst 1979)
  • Ballendorf, Baden-Württemberg (Sammlung Bracher)
  • Ermingen (Hochsträß), Baden-Württemberg (Baier et al. 2004)
  • Baltenstein, Allgäu, Bayern (Scholz & Bienerth, 1992)

Österreich:

Egerium:

Eggenburgium:

Ottnangium:

Schweiz, Frankreich – Miozän:

  • in Vorbereitung

Vorkommen außerhalb der Molasse:

Wiener Becken:

Badenium:

Sonstiges Vorkommen:

Weit verbreitet während des Oligozäns/Miozäns in Nordamerika, Europa und Australien (Cappetta 2012).

Literaturliste (in Zusammenarbeit mit www.shark-references.com):