Mitsukurina lineata

Ordnung: Lamniformes Berg, 1937     Makrelenhaiartige

Familie: Mitsukurinidae Jordan, 1898

Gattung:  Mitsukurina  Jordan, 1898

Typusart :  Mitsukurina owstoni Jordan, 1898

Mitsukurina owstoni JORDAN, 1898, weibliches Individuum, Gesamtlänge 122 cm, gefangen am 10.02.2015 nördlich von  Portugal © Toño Maño, Tiburones en Galicia, Spanien
Mitsukurina owstoni JORDAN,  1898, rezent Zahnreihe des linken Ober- und Unterkiefers, lingual (frei umgezeichnet nach Compagno 1984: 223)

Mitsukurina lineata (Probst, 1879)

Syntypus: verschollen (?)

Typlokalität und Stratum typicum: Baltringen, Baden-Württemberg, Baltringen Formation

Synonyme: Lamna lineata Probst, 1879, Lamna (Odontaspis) lineata Probst, 1879, Odontaspis lineata (Probst, 1879), Odontaspis lineata minor, Scapanorhynchus lineatus (Probst, 1879)

Text der Erstbeschreibung  (Probst, 1879):

Lamna (Odontaspis) lineata Tafel II fig. 40-46 aus Probst 1879

Größe: h: -25 mm

Beschreibung: Die auffallend kräftige, lineare, fast parallel verlaufende Schmelzfältelung auf der Lingualseite der Zahnkronen kennzeichnet die Zähne von Mitsukurina und hebt sie unverwechselbar von allen anderen lamniformen Haien des Miozäns ab.

Die Zahnformen des Unter- und Oberkiefers zeigen nur minimale Unterschiede, während die Zähne innerhalb der Zahnserien (anterior, lateroposterior) von mesial nach distal deutliche Formvarianten aufweisen (disjunkt monognathe Heterodontie).

Mitsukurina lineata, anteriorer Zahn, lingual, im Profil, labial, Sammlung Bracher

Die Kronen der  anterioren Zähne sind in beiden Kiefern sehr schlank und hoch, kräftig nach lingual gebogen und oft auch sigmoidal gekrümmt. Ihre Lingualseite ist sehr stark gewölbt, die Labailseite dagegen flach. Dadurch werden die scharfen mesialen und distalen Schneiden weit nach labial verlagert. Sie erreichen nur selten die Kronenbasis. Labial breitet sich der Zahnkronenschmelz  weit   über  die beiden asymmetrisch gebauten, schwach divergierenden Wurzeläste aus. In dieser Ansicht sind auch die kleinen Nebenspitzen zu erkennen, die am äußersten Rand des Schmelzes platziert sind. Allerdings sind sie nur bei besonders gut erhaltenem Fossilmaterial nachzuweisen, doch der kleine Schmelzwulst, dem sie entspringen, ist meist noch erhalten geblieben und leicht auszumachen. Auf der Innenseite ist die Wurzelprotuberanz gut ausgebildet und eine tiefe Furche führt zum Zentralforamen.

Mitsukurina lineata, Walbertsweiler, Lateralzahn, Unterkiefer, lingual, labial, Sammlung Unger
Mitsukurina lineata, Walbertsweiler, Lateralzahn, lingual, labial, Sammlung Bracher

Die lateroposterioren Zähne haben eine spitze, dreieckige Krone, die bei den Unterkieferzähnen senkrecht von der Wurzel aufragt, bei den Oberkieferzähnen jedoch schwach nach distal geneigt ist und die auf der Lingualseite wieder die typisch streng gezeichnete Schmelzfaltung aufweist. Weit nach außen auf den Wurzelästen, aber im allgemeinen noch mit dem Zahnschmelz der Krone verbunden, sitzen bei den Unterkieferzähnen kleine, spitze nach lingual gebogene Lateraldentikel, die bei den Oberkieferzähnen dagegen meist breiter und niedriger angelegt sind. Die Wurzeläste sind weit gespreizt und an ihren äußeren Enden schaufelartig abgeflacht.

Mitsukurina lineata, Walbertsweiler, Mundwinkelzahn, lingual, labial, Sammlung Bracher
Mitsukurina lineata, Walbertsweiler, Mundwinkelzahn, lingual, labial, Sammlung Unger

Selbst bei den winzigen Mundwinkelzähnen ist auf der sehr breiten und niedrigen Zahnkroneninnenseite noch die Parallelstreifung des Zahnschmelzes auszumachen. Bei diesen Zähnen sind die stumpf-dreieckig gut entwickelten Seitenspitzen fest in den Zahnkronenrumpf einbezogen. Auf der Labialseite der Kronenbasis ist der Zahnschmelz noppig aufgeworfen oder bildet unregelmäßige Schmelzleisten, die sich über die ganze Zahnbreite ausdehnen.

Mitsukurina lineata (Probst, 1879); SNSB-BSPG 2013 X 6: Höhe: 13,5 mm; Breite: 10,5 mm; lingual und labial, ex. Sammlung Pollerspöck

Verbreitung (geografisch/stratigraphisch) in der Molasse:

Deutschland:

Ottnangium:

Österreich:

Ottnangium:

Schweiz:

Ottnangium:

Vorkommen außerhalb der Molasse:

Literaturliste (in Zusammenarbeit mit www.shark-references.com):