Otodus (Megaselachus) chubutensis

Ordnung: Lamniformes Berg, 1937     Makrelenhaiartige

Familie: Otodontidae Glikman, 1964

Gattung: Otodus Agassiz, 1838

Typusart : Squalus auriculatus Blainville, 1818 non Agassiz, 1835 [1843]

Otodus (Megaselachus) chubutensis (Ameghino, 1901)

Holotypusverschollen (?)

Typlokalität und Stratum typicum: Patagonien, Argentinien, Miozän

Synonyme: Carcharocles chubutensis, Carcharocles megalodon chubutensis, Carcharodon chubutensis, Carcharodon megalodon chubutensis, Megaselachus chubutensis, Procarcharodon chubutensis, Procarcharodon megalodon chubutensis, aufgrund von Verwechslungen mit Otodus (Megaselachus) megalodon jedoch auch Synonyme für diese Art.

Text der Erstbeschreibung (Ameghino, 1901):

Carcharodon chubutensis n. sp. Aussi grande que C. megalodon; les dents en différent par le bord postérieur plus creusé, et par la présence sur la base d’une paire de saillies larges et basses et á bords dentelés comme le grand cône principal; ces saillies sont accompagnées d’une paire de tous petits tubercules basales. Ces caractères sont plus fortement marqués sur les dents postérieures que sur les antérieures.

Größe: h bis 150 mm

Beschreibung: 

Ottnangium, Rengetsweiler, coll. Unger

Wegen ihrer imposanten Größe und der damit verbundenen dekorativen Wirkung sind die Zähne der Gattung Otodus (Megaselachus) ein sehr begehrtes Sammelobjekt. In den miozänen Fossilfundstellen der Molasse treten die Zahnformen in zwei Varianten auf:

Otodus (Megaselachus) chubutensis, Walbertsweiler, Lateralzahn, links labial, rechts lingual, coll. Bracher

a) große, massige Zähne ohne Lateraldentikel; die typische megalodon-Form (im Ottnangium erst vereinzelt, ab dem Badenium nahezu ausschließlich) und

Otodus (Megaselachus) chubutensis, Walbertsweiler, Lateralzahn, links labial, rechts lingual, coll. Bracher

b) die Form mit Lateraldentikel.

Die seitlichen Zähne dieser Gattung haben eine breit dreieckige, sehr massive und hohe Krone, die auf der Innenseite stark gewölbt auf der Außenseite dagegen flach oder schwach konvex ist. Im Profil ist der apikale Teil der Krone labialwerts gekrümmt. Die Schneiden sind über ihre ganze Länge relativ fein gekerbt. Die Zähne besitzen eine sehr robuste und massige Wurzel mit wenig divergierenden, breiten Wurzelästen.

Cappetta (2012) unterteilt die Gattung Otodus in zwei Untergattungen, Carcharocles und Megaselachus. Die Untergattung Carcharocles endet im Oligozän mit der Art „angustidens“. Im unteren Miozän hingegen tritt mit der Art „chubutensis“ die erste relativ „primitive“ Art der Untergattung Megaselachus in Erscheinung. Unterschieden werden können die beiden Untergattungen unter anderem anhand der Zähnelung der Krone, die bei der Megaselachus-Gruppe wesentlich regelmäßiger und deutlich feiner ausgeprägt ist.

Bei „chubutensis“ ist normalerweise ein Paar niedrige Seitenspitzen entwickelt, die jedoch bei einigen Populationen bereits zum Teil, mit Ausnahme von hinteren Lateralzähnen oder bei juvenilen Exemplaren, fehlen können (Cappetta 2012).

In untermiozänen Fundstellen Baden-Würtembergs, wie z.B. in Walbertsweiler, Rengetsweiler oder Ursendorf kommen ca. 10% ohne, 30% mit schwachen und 60% mit deutlich entwickelten Lateralspitzen vor. Dies unterstützt die von Cappetta (2012) gemachte Feststellung und deutet auf einen fließenden Übergang von „chubutensis“ zu „megalodon“ hin. Möglicherweise setzte diese Entwicklung, zumindest im Bereich des nordalpinen Molassebeckens, während des Ottnangiums ein, da z.B. Zähne aus dem Badenium nur mehr die typische „megalodon“ Form aufweisen (z.B. Schultz 1971 Tafel 3, Hiden 1995 Tafel 2 Fig. 3, Tafel 3, Mikuž 1999 Fig. 1, Schultz & Piller 2013 Tafel 6 Fig. 4, Szabó & Kocsis 2016 Fig. 7 L-K, Trif & Codrea 2017 Fig. 3).

Ottnangium, Rengetsweiler, coll. Unger
Ottnangium, Rengetsweiler, coll. Unger

Da Zähne der Art „chubutensis“ oftmals als „megalodon“ bestimmt wurden, wurden in der nachfolgenden Aufstellung deshalb nur Fundstellen aufgenommen, bei denen die Art anhand der Beschreibung in der Originalveröffentlichung bzw. Abbildung eindeutig dieser Art zugewiesen werden kann.

Verbreitung (geografisch/stratigraphisch) in der Molasse:

Deutschland:

Ottnangium:

  • Walbertsweiler, Baden-Württemberg (Barthelt et al. 1991, Sammlung Unger, Bracher)
  • Ursendorf, Baden-Württemberg (Höltke 2014, Sammlung Unger, Schmid)
  • Rengertsweiler, Baden-Württemberg (Sammlung Unger)

Österreich:

Ottnangium:

Schweiz:

Burdigalium:

Vorkommen außerhalb der Molasse:

Weltweite Verbreitung (Cappetta 2012)

Literaturliste (in Zusammenarbeit mit www.shark-references.com):